"Zwei neue Komponenten."
"Ein paar Bugfixes."
"React verbessert."
Klingt nach einem kleinen Update.
Die Realität sieht meist anders aus.
VelinStyle 1.1.0 hat mich fast zwei Monate Arbeit gekostet. Dabei ging es nicht darum, möglichst viele neue Funktionen einzubauen. Mein Ziel war es, das Framework an den Stellen zu verbessern, die Entwickler im Alltag wirklich spüren.
Neue Komponenten mit Fokus auf Accessibility
velin-data-table
Tabellen gehören zu den Komponenten, die oft unterschätzt werden. Sortierung, Filterung und Pagination lassen sich zwar schnell zusammenbauen, barrierefrei wird es aber deutlich anspruchsvoller.
Die neue velin-data-table bringt unter anderem:
- Sortierbare Spalten
- Text-, Zahlen- und Datumsfilter
- Optionale Pagination
- Live-Ankündigungen für Screenreader
- Unterstützung für bestehende HTML-Tabellen durch Progressive Enhancement
- WCAG-konforme Bedienung mit Tastatur und Screenreader
Formulare, die verständlich Fehler erklären
Jeder kennt es.
Man klickt auf "Absenden" und der Browser zeigt irgendwo eine kleine Fehlermeldung an. Das erste ungültige Feld bekommt den Fokus, aber bei mehreren Fehlern beginnt die Suche.
velin-form-summary löst dieses Problem.
Die Komponente sammelt alle Validierungsfehler in einer übersichtlichen Liste, verknüpft sie automatisch mit den jeweiligen Eingabefeldern und unterstützt Tastatur- sowie Screenreader-Navigation. Fehler verschwinden automatisch, sobald sie behoben wurden.
Damit deckt VelinStyle nun auch wichtige Anforderungen aus WCAG 2.2 für Fehlererkennung und Fehlerhinweise ab.
React ist jetzt vollständig integriert
Mit Version 1.1.0 werden jetzt alle 38 kanonischen VelinStyle-Komponenten unterstützt.
Zusätzlich wurden die Wrapper vollständig überarbeitet.
- TypeScript-Typen
- korrekte Behandlung von Boolean-Attributen
- Objekte und Arrays werden als Properties übergeben
- automatische Zuordnung von Custom Events
Die unsichtbaren Verbesserungen
Ein gutes Beispiel ist der neue Release Sync Guard.
Bisher bestand immer die Gefahr, dass irgendwo noch eine alte Versionsnummer oder eine veraltete Komponentenanzahl in der Dokumentation auftaucht.
Ab sofort prüft VelinStyle automatisch:
- Dokumentation
- Badges
- Changelog
- JSON-LD
- CLI
- npm-Versionen
- CDN-Versionen
- generierte Dokumente
- Komponentenanzahl
Das klingt nach einer kleinen Änderung. Tatsächlich spart sie bei jedem zukünftigen Release Zeit und verhindert Fehler, die sonst leicht übersehen werden.
Viele kleine Verbesserungen
- neue Syntax-Highlighter für Python, YAML, Go und Rust
- automatische Versionssynchronisation der Demo-Projekte
- bessere Build-Prozesse
- neue CI-Prüfungen
- Korrekturen in der Dokumentation
- kleinere Fehlerbehebungen
Warum nur ein Minor Release?
Bestehende Projekte funktionieren weiterhin unverändert. Selbst ältere Aliase wie <velin-tooltip-wc> oder <velin-stepper-wc> bleiben vorerst erhalten, damit bestehender Code nicht angepasst werden muss.
Ein kleiner Blick hinter die Kulissen
Am Anfang denkt man:
"Ich baue noch schnell zwei Komponenten."
Ein paar Tage später schreibt man plötzlich Generatoren, CI-Prüfungen, Dokumentations-Skripte und fragt sich, warum aus zwei Komponenten über Nacht ein halber Release-Prozess geworden ist.
Die Komponenten waren am Ende vermutlich der einfachste Teil.
Wie geht es weiter?
Für den Moment steht jedoch etwas anderes auf dem Plan: Das Framework darf erst einmal durchatmen. Nach zwei Monaten Entwicklung warten bereits die nächsten Projekte im Velin-Ökosystem.
Und falls sich jemand fragt, warum Open-Source-Projekte manchmal länger für ein Release brauchen:
Man verbringt erstaunlich viel Zeit damit, dafür zu sorgen, dass später niemand merkt, wie viel Arbeit tatsächlich darin steckt.
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